Waldwanderung als pure grĂĽne Medizin

Würzige Waldluft durchflutet die Lunge. Der Schnee knirscht vernehmlich unter den Wanderschuhen. Der rhythmische Gesang der Waldvögel vermischt sich mit der Stille der Natur. Sanftes Sonnenlicht bahnt sich seinen Weg durch das Geäst und lässt den Schnee auf Boden und Bäumen märchenhaft glänzen. So eine Waldwanderung ist wie Wellness für die Sinne und macht vor allem auch im Winter munter und fit. Doch der Ruhepol ist mehr als ein Zufluchtsort für gestresste Gemüter. Waldwanderungen haben eine beinahe medizinische Wirkung und können sogar das Leben verlängern.

Waldbaden: der Wald als grĂĽner Therapeut

Seit den 1980er-Jahren ist der Wald nicht mehr nur Naturraum, sondern auch Therapeut. „Waldbaden“ nennt sich die natürliche Behandlung. Ihren Ursprung hat sie in Japan und verschreibt dem Patienten statt Pillen eine Waldwanderung. Als renommierte japanische Wissenschaftler positiven Einfluss des Waldes auf Wohlbefinden und Gesundheit feststellten, gründeten sie den Forschungskreis „Forest Medicine“. Inzwischen haben in Japan sogar eigene Wald-Therapiezentren für gestresste Grossstädter eröffnet.

Durch Waldluft zu neuen Kräften kommen

In den Städten herrscht dicke Luft. Die Feinstaubbelastung ist so hoch wie nie zuvor. Asthma- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen rasant zu. Umso mehr lohnt sich eine Waldwanderung. Schon 30 Minuten an der frischen Waldluft tun der körperlichen und geistigen Gesundheit gut. Der hohe Sauerstoffgehalt ist wie ein Energiekick. Er lindert Kopfschmerzen, hilft gegen Kater, macht die Atemwege frei und regt den Blutfluss an. Gerade bei Waldwanderungen durch die malerischen Bergeregionen der Schweiz arbeitet die Sauerstoffversorgung auf Hochtouren. Die kühle saubere Bergluft kurbelt den Kreislauf an und vor allem im Winter hellt die intensivere Sonneneinstrahlung die Stimmung auf. Neben der Höhenlage spielt die Besiedlung mit bestimmten Bäumen in den Wandergebieten eine Rolle. Für eine hohe Reinigungswirkung im Winter sorgen insbesondere die Fichten in den Schweizer Wäldern. Aber nicht nur beim Waldwandern, auch zu Hause soll die Luft rein sein. Oft hilft eine veränderte Einrichtung, um das Ergebnis von Waldbäumen in den eigenen vier Wände zu erhalten. Viele Zimmerpflanzen mit hoher Reinigungsfunktion oder ein Luftwäscher lassen den Raum durchatmen und filtern Schadstoffe aus der Luft. Für Allergiker, Asthmatiker, Tierbesitzer oder Menschen, die nahe an der Strasse wohnen oder generell empfindlich auf stickige Luft reagieren, sind solche natürlichen und technisch betriebenen Luftreiniger besonders empfehlenswert. Auch regelmässiges Lüften ist für ein angenehmes Raumklima unverzichtbar. Mindestens dreimal pro Tag muss Frischluft herein – am besten durch fünf- bis zehnminütiges Stosslüften. Die frühen Morgenstunden und späten Abendstunden bieten sich wegen geringerer Ozonwerte an.

Waldwandern ist ein mildes Anti-Stress-Rezept

Ein Streifzug durch saftiges Grün und dichtes Geäst wirkt Wunder gegen Stress. Der Sauerstoff und die gleichmässige Bewegung bringen den getriebenen Geist zur Ruhe. Blutdruck und Puls normalisieren sich, Nervosität und innere Unruhe lassen nach. Auch der Blick ins Grüne ist wie eine Wohltat für die Seele. Das kann die Farbpsychologie nur bestätigen. Grün hat eine beruhigende Wirkung auf Körper und Geist.

Waldbaden als natĂĽrliche Krebsabwehr

Wer gerne die Schweizer Wälder auf den zahlreichen Winterwanderwegen durchstreift, unterstützt seine körpereigenen Abwehrkräfte. Nach einer längeren Waldwanderung produziert der Körper mehr Natürliche Killerzellen, kurz „NZ“. Sie gehören der Gruppe der Leukozyten an und schlagen Viren und Bakterien in die Flucht. Vor allem Krebszellen legen sie das Handwerk. Zuverlässig machen sie sie ausfindig und leiten ihren Zelltod ein, die sogenannte Apoptose. Nebenbei regen Waldwanderungen die Proteinproduktion an. Der Körper hat mehr Proteine für die Krebsabwehr zur Verfügung. Die Anti-Krebs-Wirkung der Waldtherapie ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Japanische Forscher schickten zwei junge gesunde Frauen auf Waldwanderung. Schon am ersten der beiden Studientage war bei den Probandinnen nach zwei Stunden Waldwanderung die Anzahl der Natürlichen Killerzellen um 50 Prozent erhöht. Am zweiten Studientag waren es sogar 70 Prozent mehr. Auch die Anti-Krebs-Proteine stiegen nach nur zwei Stunden Waldwanderung pro Tag deutlich an. Selbst eine Woche nach dem Experiment war der Effekt noch spürbar. Photo by MabelAmber on Pixabay


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